C H R 0 N I K

der Soldatenkameradschaft Waldsassen

Als die Veteranen-und Soldatenkameradschaft Waldsassen zum ersten Mal in ihrer Geschichte anlässlich des 80-jährigen Stiftungsfestes vom 03. - 05. 08. 1963 eine Festschrift publizierte, die neben einigen Grußworten auch einen kleinen Überblick über "80 Jahre Vereinsgeschehen" enthielt, mussten die damaligen Chronisten bedauernd die Feststellung treffen, dass die mit viel Liebe und Sorgfalt geführte Chronik in den letzten Kriegstagen im Jahre 1945 leider vernichtet wurde, sodass sich die Vereinsgeschichte vorwiegend "auf die Quelle der Erinnerung unserer ältesten Kameraden“ stützen muss.

Nun, zum Glück konnten unabhängig davon in der Gegenwart neue Mittel und Wege erschlossen werden, um die Chronik des Vereins dennoch einigermaßen lückenlos und zuverlässig nachzuzeichnen, dank der Tatsache, dass sich in Waldsassen der alte zuständige Archiv-Akt des früheren Stadt-Magistrats sowie die Bände der einstigen Grenz-Zeitung von 1898 - 1936 erhalten haben, die nachstehend mehrfach herangezogen werden. Schließlich feiert ein Verein sein 125-jähriges Bestehen nur einmal, wo man mit Freude und Stolz die Geschichte und Tradition der Gemeinschaft, die sich während dieser langen Zeit entwickelt hat, lebendig werden lässt.

 

1. Die Gründungszeit 1883/1884

Zweifelsfrei steht fest, dass die heutige Soldatenkameradschaft Waldsassen als

"Veteranen-, Krieger-und Kampfgenossen-Verein Waldsassen"

Anfang April 1883 ins Leben trat, da man schon am 6. April 1883 an den Marktmagistrat schrieb und bekannt gab, dass "mit Beschluss des Ausschusses vom 06. 04. 1883 die Musikkapelle Hölzl dahier als Vereinskapelle aufgestellt worden ist". Am 08. 04. 1883 teilte der Kgl. Bezirksamtmann von Tirschenreuth mit:

"Die mit Maginalbericht vom 6. d. M. in Abschrift anher vorgelegten Statuten des neugebildeten Veteranen-, Krieger-und Kampfgenossen-Vereins Waldsassen haben zu einer Erinnerung keinen Anlass gegeben". Damit war der Verein also entstanden und von der gestrengen Obrigkeit rechtmäßig gebilligt. Als Gründungsvorstand trat dabei der in Waldsassen tätige Forstgehilfe Huf in Erscheinung; weitere Gründungsmitglieder waren namentlich die Steuerbeamten Weigert und Bauer.

Waldsassen war damals ein Markt mit rund 2300 Einwohner; mit den Industrie-und Wirtschaftsbetrieben, die sich am Ort angesiedelt hatten und Arbeitskräfte benötigten, trat eine aufstrebende Entwicklung ein.

Der Gründungsgedanke fiel - wie man es später wortreich und umständlich formulierte - auf einen wohlvorbereiteten Boden. Längst schon hatte sich unter den vielen Feldzugssoldaten unserer  Heimat, die den Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 und den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 mitgemacht hatten, der Wunsch geregt, sich in einem Verein enger zusammenzuschließen, als Hort treuer Kameradschaft und Pflegestätte der Erinnerungen an Deutschlands große Zeit, zugleich aber auch als Sammelpunkt für alle, die einst des Königs Rock und Waffen in Ehren getragen hatten. Am Gründungstag seien sogleich 60 Mitglieder beigetreten und zum Jahresende sollen es bereits mehr als 120 gewesen sein, hieß es bei einem späteren Rückblick. Einmal in Schwung gekommen, strebte die junge Gemeinschaft unaufhaltsam vorwärts. Schon am 25. 04. 1883 meldete man die Vereinsgründung beim Bayer. Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossen-Bund in München an, um mit Beschluss vom 07. 05. 1883 als ordentliches Mitglied dieser Organisation zu gelten. Die darüber ausgestellte Urkunde vom 25. 05. 1883 hat sich erst 1975 in Waldsassen wieder gefunden und befindet sich heute im Stiftlandmuseum. Noch im Gründungsjahr wurde eine Sterbekasse errichtet, die am 20. 06. 1883 die Genehmigung der Regierung der Oberpfalz erhielt, und am 30. 06. / 01. 07. 1883 das 1. Stiftungsfest organisiert.

Das Programm dieses Festes war typisch für die damalige Zeit: ein abendlicher Zapfenstreich am Samstag; am Sonntag: früh Tagreveille (Weckruf) mit Böllersalven, vormittags Empfang der ankommenden Vereine, Frühschoppen im Jakob Malzer'schen Gasthaus - das fortan das Stammlokal bildete -, Festgottesdienst und Nationalhymne, nachmittags "Durchzug" durch die Hauptstraßen Waldsassens, anschließend Konzertmusik in den beiden Wirtsgärten von Max Wohlrab und Anton Schmid, abends Verabschiedung der Gäste und Ausklang. Die freudige Begeisterung ermöglichte schon ein Jahr später die Anschaffung einer Vereinsfahne, als unentbehrliches Symbol der Treue und Geschlossenheit, aber auch beim öffentlichen Auftritt des Vereins. Diese Fahne erhielt am 06. 07. 1884 die festliche Weihe und blieb glücklicherweise über alle Wirren der Zeit hinweg bis heute erhalten. Die erste Fahnenweihe 1884 soll nach dem Bericht in der Grenzzeitung unter der Teilnahme von 32 Vereinen mit 19 Fahnen und Musikkapellen eine überragende Feier gewesen sein, "so festlich Waldsassen bis dahin noch keiner sah".

2. Der weitere Ausbau 1885-1900

Die nun folgenden 3 Jahrzehnte in Friedenszeiten ermöglichten es, sich dem inneren Ausbau des Vereinslebens ebenso zu widmen wie der Aufnahme und Vertiefung kameradschaftlicher Verbindungen zu den anderen Veteranen-Organisationen. Regelmäßige Zusammenkünfte, Ausflüge, die alljährige Generalversammlung und der gemeinsame Besuch von Festen und Veranstaltungen prägte das Vereinsgeschehen. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang ein Brief des Vereins vom 24. 12. 1887 an den Magistrat mit der Bitte um Verlängerung der Polizeistunde am 26. 12. "wegen Abhaltung einer musikalisch-deklamatorischen Familien-Abendunterhaltung mit überwiegend patriotischer Tendung im Vereinslokal Jakob Malzer". Unterzeichnet war das Gesuch durch kgl. Obergrenzkontrolleur a.D. von Senger, "z. Zt. Vorstand", der dieses Amt seit 1885 inne hatte.

Als er am 24. 01. 1891 verstarb, erhielt der Verein auf sein Ansuchen die Erlaubnis, "den Leichenzug vom Sterbehaus aus Hs.-Nr. 70 durch die Hauptstraße des Marktes bis auf den Friedhof mit Musik zu begleiten und nach beendeter Leichenfeierlichkeit den Verein selbst wieder in geschlossener Abteilung vom Friedhofe bis zum Vereinslokale mit klingendem Spiele zurückzuführen“. Als Nachfolger wählte die Versammlung am 10. 05. 1891 den kgl. Grenzoberkontrolleur Ludwig von Goenner. Die weitere Vorstandschaft jenes Jahres bildeten:

Anton Becker, Hafnermeister, Gottfried Fick, Schreinermeister,
Engelbert Kolb, Bäckermeister, Joseph Ernstberger, Zinngießer-Glaser,
Friedrich Jordan, kgl. Bahnmeister, Joseph Kraus, berittener Oberaufseher,
Engelbert Rosner, Oekonom und Baptist Bernreuther, Wirth von Kondrau.

Am 28. 08. 1892 feierte man ein Gartenfest, wozu der kgl. Bezirksamtmann wiederum offiziell die Genehmigung erteilen musste, "die Fahne mit Musik vom Vereinslokale zum Garten und zurück zu bringen“.

Um 1895 scheint Bahnmeister Friedrich Jordan kurze Zeit das Vorstandsamt geführt zu haben. Doch schon um 1896 trat mit dem Waldsassener Arzt Dr. Otto Seidl eine Persönlichkeit an die Spitze des Vereins, die der Kameradschaft über mehr als zwei Jahrzehnte entscheidende Impulse und männliche Überzeugungskraft auch in schwierigen Zeiten zuteil werden ließ. Sanitätsrat Dr. Seidl wurde später zum Ehrenvorstand der Gemeinschaft ernannt. Er war geboren am 09. 03. 1869 und verstarb hochgeachtet als Ehrenbürger der Stadt Waldsassen am 21. 06. 1945, zwei Monate nach dem Einmarsch der Amerikaner in Waldsassen.

Einen anschaulichen Einblick in das Vereinsgeschehen vermitteln uns heute die jeweils in der Grenzzeitung veröffentlichten Berichte über die alljährliche Generalversammlung, aus denen nachstehend zitiert wird:

Waldsassen, 7. Juli 1898:

"Die am Sonntag bei Herrn Anton Malzer stattgefundene Generalversammlung des hiesigen Veteranen-, Krieger-und Kampfgenossenvereins war zahlreich besucht. Der bisherige Vorstand, Herr prakt. Arzt Dr. med. Otto Seidl wurde einstimmig wiedergewählt, ebenso die Herren Lorenz Raps als Schriftführer und Baptist Bergauer als Kassier ... Der Verein zählt zur Zeit 121 Mitglieder. Da die Veteranen-Vereine nicht nur die Erhaltung und Förderung der Liebe und Treue zu König und Vaterland und die Pflege der Kameradschaft, sondern auch die Unterstützung der in Not geratenen Mitglieder und der Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder auf ihre Fahnen geschrieben haben, so sollte schon dieserhalb jeder Soldat ... einem Veteranen-Verein beitreten."

Waldsassen, 23. Januar 1900:

"Am Sonntag fand im Anton Malzer'schen Lokale dahier die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Der Vorstand Herr Dr. Seidl eröffnete dieselbe mit einer patriotischen Ansprache ... Dem vom Vorstand erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, dass der Verein z.Zt. 139 ordentliche und 2 Ehrenmitglieder (Herr Lehrer Krebs und Herr Rentamtmann Aull) besitzt ... Im Sommer d.J. ist in Kellergrün, vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Forstbehörde eine Festlichkeit zu veranstalten ...

3. Das blühende Vereinsleben bis 1914

Waldsassen, 27. Januar 1903:

"Die vorgestrige, gut besuchte Generalversammlung ... wählte die seitherige Vorstandschaft wieder, ebenso die Ausschussmitglieder ... Von verschiedenen Rednern wurde der Vorstandschaft für ihr eifriges Wirken der wärmste Dank ausgesprochen und zu fernerem einmütigen Zusammenhalten getreu der Devise "in Treue fest" aufgefordert

Waldsassen, 19. März 1907:

"Der Veteranen-, Krieger-und Kampfgenossen-Verein hielt am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorstand Herr Dr. Seidl eröffnete dieselbe mit einer patriotischen Ansprache, die in einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Kgl. Hoheit den Prinzregenten Luitpold gipfelte ... Die Kassenverhältnisse sind die denkbar günstigsten. im Laufe des Sommers finden Ausflüge nach Pleußen und Kondrau statt, ersterer mit Musik ... "

Mit dem Jahre 1908 trat der Verein in das 25. seines Bestehens ein. Er übernahm nun die Kurzform "Veteranen-Verein Waldsassen". Schon in der Generalversammlung kam deutlich zum Ausdruck, dass die Hauptaufgabe der Organisation nicht in der Veranstaltung von Vergnügungen  bestehe, sondern in der Pflege der Königstreue, Vaterlandsliebe und echten Kameradschaft sowie in der Unterstützung bedürftiger Kameraden. Der Verein verfügte nun über 146 Mitglieder. Gleichzeitig standen die Einzelheiten für die Feier des 25-jährigen Stiftungsfestes zur Diskussion, das dem herrschenden Zeitgeist entsprechend grundsätzlich patriotisch gestimmt war. Das Fest fand am 26. 07. 1908 statt und nahm einen zweifellos erhebenden, glanzvollen Verlauf, wozu sich 21 Vereine mit 17 Fahnen und 3 Musikkapellen eingefunden hatten. Am Samstagabend stand der Zapfenstreich auf dem Programm, am Sonntag Tagreveille (Weckruf), Empfang der Gäste, Kirchenzug und Gottesdienst, Festakt mit Verteilung der Denkmünzen, nachm. Festzug und Festbetrieb mit Konzert im Lamm- und im Hahngarten. Wie in der Grenzzeitung nachzulesen ist, ertönten beim Festakt hehre Reden donnernd brausten die begeisterten Hochrufe auf den Kaiser und den Prinzregenten über den weiten Platz, worauf die Musik die Königshymne spielte. Grußtelegramme wurden versandt und gingen wieder ein, tiefempfundene Grüße und Wünsche wurden vorgetragen ebenso, wie schöne Verse, von denen einer begann:

    "In Treue fest! So tönt von Eurem Bunde
    Der Bannerschwur zum Fest voll heil'ger Weihe!
    In Friedenszeit, in ernster Kampfesstunde
    Die Eintracht schreite durch der Brüder Reihe

Doch bald kehrte der Alltag wieder ein wobei erneut die Grenzzeitung zu Wort kommen soll:

Waldsassen, 15. Februar 1910:

„Der Veteranen-Verein hielt am Sonntag bei Herrn Anton Malzer seine ordentliche Generalversammlung ab; der Besuch war wie immer ein sehr guter. Der Vorstand Herr Dr. Seidl leitete die Verhandlungen mit einer patriotischen Ansprache ein und brachte ein Hoch auf unsern geliebten Regenten aus. Die Mitgliederzahl betrug Anfang 1909 1 Ehrenmitglied und 169 Mitglieder ... Die Neuwahl ergab die einstimmige Wiederwahl des Vorstandes und Ausschusses ..."

Waldsassen 5. März 1912:

"Die trotz einiger weiterer Veranstaltungen gut besuchte Generalversammlung wurde in Verhinderung des 1. Vorstandes durch den Sekretär Herrn Franz Ziegler geleitet ... Die Wahl ergab die einstimmige Wiederwahl der gesamten Vorstandschaft ... Anstelle des verzogenen Postboten Herrn Obermayr wurde Herr Witt einstimmig gewählt. Fahnenjunker verbleibt Herr M. Kendl, als Vertreter wurde Herr Franz Ochsenmeier, Oekonom und Gastwirt, einstimmig aufgestellt ..."

Waldsassen, 17. März 1914:

"Am Sonntag fand im Vereinslokal des Herrn Anton Malzer ordentliche Generalversammlung statt. Herr Vorstand Dr. Seidl begrüßte die erschienenen Kameraden und brachte auf unseren Landesfürsten König Ludwig ein dreifaches Hoch aus, in das alle Anwesenden kräftig einstimmten. Für das Jahr 1914 wurde beschlossen: Ein Ausflug nach Hundsbach, die Abhaltung eines Balles, die wiederholte Anregung zur Schaffung eines Kriegerdenkmales ... Der Verein hat nun 1 Ehrenmitglied und 177 Mitglieder.

4. Der 1. Weltkrieg 1914 - 1918 und die Folgezeit

Als der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin am 28. Juni 1914 in Sarajevo einem Attentat zum Opfer fielen, nahm - durch komplizierte Zusammenhänge und Entwicklungen bedingt - das Schicksal seinen Lauf. Am 1. August 1914 trat Deutschland in den Krieg ein und die wehrfähigen Männer wurden zu den Waffen gerufen. Im Laufe seiner vier Jahre riss der 1. Weltkrieg an zahlreichen Fronten und in vielen Kämpfen große Lücken in die Reihen der Vereinsmitglieder, gleichwohl ging das Vereinsleben in eingeschränktem Umfang weiter, wie der Bericht vom 24. März 1916 zeigt:

 "Am letzten Sonntag hielt der Veteranen-Verein im Lokale zum ‘Goldenen Löwen’ seine Generalversammlung ab und war dieselbe, trotzdem die Mehrzahl der Mitglieder im Felde steht, gut besucht. Der Vorstand, Herr Stabsarzt Dr. Seidl eröffnete die Versammlung und entwarf einen Rückblick über die Vereinstätigkeit unter besonderer Berücksichtigung unserer schweren Kriegszeit. Er gedachte der verstorbenen und gefallenen Vereinskameraden ..."

1918 ging schließlich der Krieg zu Ende. Er hatte großes Leid und schwere Verluste gebracht. Da gleichzeitig auch die Ablösung der Monarchie durch die Republik erfolgt war, bedeutete dies eine einschneidende Umorientierung vor allem auch für die Kriegervereine. Zu den ursprünglichen Vereinsaufgaben trat nun noch die versorgungsrechtliche Betreuung der ehemaligen Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen. Über die folgende Zeit lesen wir wieder in der Grenzzeitung:

Waldsassen, 20. Februar 1919:

"Der Veteranen-Verein hielt am vergangenen Sonntag seine Generalversammlung ab. In derselben begrüßte Herr Vorstand Dr. Seidl in herzlichen Worten die aus dem Felde Heimgekehrten und dankte ihnen für ihre treue Pflichterfüllung. Der Jahresbericht ergab ein erfreuliches Bild reger Vereinstätigkeit. Herr Vereinssekretär Ziegler entwickelte ein Bild von der trostlosen Lage, in der sich jetzt unser Vaterland befindet und machte auf die verschiedenen Vorteile aufmerksam, die durch den Beitritt zum Verein entstehen ..."

5. Die bewegten 20-er Jahre 1920 - 1929

Bei den herrschenden Wirren der Zeit legte Vorstand Dr. Seidl sein Amt nieder. Die Nachfolge trat nun vorübergehend Hutmachermeister Franz Ziegler an. Aus dem Jahre 1921 liegt folgende Meldung vor:

Waldsassen, 16. Februar 1921:

"Am vergangenen Sonntag fand bei Herrn Anton Malzer die diesjährige Generalversammlung des Veteranen-Vereins dahier statt. Herr Vorstand Hutmachermeister Ziegler begrüßte die Erschienenen herzlichst ... Der Verein zählt zur Zeit 152 Mitglieder. Bei der folgenden Wahl wurde die gesamte Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt und besteht diese aus folgenden Herren: Vorstand Franz Ziegler, Schriftführer Karl Bergauer, Kassier Bäckermeister Fröhlich: Ausschussmitglieder sind die Herren Andreas Bernreuther, Johann Rosner, Andreas Bergauer, Josef Maier von Kondrau, Karl Witt und Engelbert Forster ... '

Schon bald nach Kriegsende liefen die Bestrebungen an um die Schaffung eines geeigneten Ehrenmales, für alle Kriegsopfer, die schließlich mit dem Bau des sogenannten alten Kriegerdenkmales 1922 zum Erfolg führten. Der akademische Bildhauer Roider aus Regensburg erhielt dazu den Auftrag, Am 13. 08. 1922 kam dieses Monument - bekrönt vom Standbild des Ortsbegründers Markgraf Diepold - und versehen mit den Namen der Gefallenen, in einer ergreifenden Feierstunde zur Enthüllung. Das Denkmal war anstelle des früheren Brunnens inmitten der Baumgruppe am Kirchplatz errichtet worden. Es bildete den Mittelpunkt für die nun jedes Jahr treffende Heldenehrung, vergleichbar dem heutigen Volkstrauertag.

Im gleichen Jahr ging das Vorstandsamt auf Baumeister Karl Bergauer über, der dem Verein jahrzehntelang in Freud und Leid zur Seite stand. Wieder zogen am politischen und wirtschaftlichen Horizont bewegte, ja dunkle Zeiten auf, was sich auch in den Jahresberichten widerspiegelt:

Waldsassen, 17. Januar 1923:

"Der Veteranen-Verein Waldsassen hielt am vergangenen Sonntag, den 14. 01. seine ordentliche Generalversammlung ab, die bei sehr gutem Besuch vom Vorstand Herrn Karl Bergauer eröffnet  wurde. Die vielen Enttäuschungen, die das alte Jahr gebracht hat, gaben ihm Anlass, den Schleier fallen zu lassen über das, was in der Vergangenheit liegt und richtete hauptsächlich den Blick auf das, was vor uns liegt ... Durch besonders eifrige Mitarbeit einzelner Mitglieder konnten für den Verein 35 neue Mitglieder gewonnen werden, sodass der Verein heute 193 Mitglieder zählt. Weil sich die Beiträge infolge der fortschreitenden Geldentwertung als viel zu niedrig erwiesen haben, wurde eine wesentliche Beitragserhöhung genehmigt ...

Am Sonntag, 15. Juli 1923 trafen sich in Waldsassen die Kriegervereine der Umgebung zum Bezirks-Kriegertag, verbunden mit dem 40-jährigen Stiftungsfest des Veteranen-Vereins Waldsassen, das in schlichter Form ablief.

Waldsassen, 18. Februar 1925:

"im vollbesetzten Lokale des Herrn Anton Malzer hielt am vergangenen Sonntag der Veteranen-Verein seine ordentliche Generalversammlung ab. Herr Vorstand Karl Bergauer eröffnete und leitete die Versammlung. Aus den Neuwahlen gingen wieder hervor als Vorstand Herr Karl Bergauer, als Schriftführer Herr Alois Plodeck und als Kassier Herr Bäckermeister Johann Heindl. Der Ausschuss wurde ergänzt durch die Herren Kaspar Turner, Karl Oppl und Anton Rubner. Der Verein zählt zur Zeit 222 Mitglieder und 14 Ehrenmitglieder ..."

Waldsassen, 4. März 1929:

"Am Sonntag, den 24. 02. fand die ordentliche Generalversammlung statt. Vorstand Herr Karl Bergauer eröffnete die Versammlung und begrüßte die Kameraden ... Der Jahresbericht zeigte rege Tätigkeit im vergangenen Jahr. Besonders die Zusammenarbeit mit den anderen hiesigen Militärvereinen zeugt vom engen Band der Kameradschaft. Der Verein zählt 207 aktive und 8 Ehrenmitglieder. Die Herren des Vorstandes wurden im Amt bestätigt; ferner sind tätig: als Fahnenjunker Fritz Rosner, Stellv. Georg Bauer jun., als Ausschussmitglieder Karl Witt, Johann Pötzl, Fritz Tietz, Karl Oppl und Engelbert Meier von Kondrau.

6. Die Zeit von 1930 - 1945

Ein großes Ereignis für die örtlichen Kriegervereine brachte ohne Zweifel der ehrenvolle Besuch des hochverehrten Bayer. Kronprinzen Rupprecht am 30. Mai 1931 in Waldsassen. Die Mitglieder dieser Kriegervereine waren dazu alle in ihren Uniformen und mit ihren Orden geschmückt am Johannisplatz angetreten, um den Gast - als dem "allerhöchsten Ehrenschirmherrn" des Bayer. Kriegerbundes - ihre Referenz zu erweisen. Später - nach dem offiziellen Teil - ließ sich Sr. Kgl. Hoheit auch die alten Kameraden vorstellen und unterhielt sich leutselig mit ihnen. Mit einer Parade bei klingendem Spiel vor dem königlichen Gast und seinem Gefolge endete das seltene Intermezzo.

Wieder greifen wir auf die Grenzzeitung zurück ...

Waldsassen, 28. Februar 1933:

"Zur 50. Generalversammlung trat am Sonntagnachmittag der Veteranen-Verein Waldsassen ... zusammen, zu einer Versammlung, die dem Verein wie der Außenwelt manches zu sagen hat. 50 Jahre Vereinsleben, 50 Jahre Arbeit, 50 Jahre gleiches Ziel und Streben berechtigen wohl, in der Chronik des Vereins einen Abschnitt zu bilden ... Zugleich bedeuten diese 50 Jahre, dass der Verein mit Recht gegründet wurde und existenzberechtigt ist ... Der Verein steht heute gesund und innerlich gekräftigt da ... Nach der Begrüßung und der Wiederwahl der Vorstandschaft ging man zum Hauptpunkt der Tagesordnung über, wie das 50-jährige Bestehen gefeiert werden soll. Obwohl die Zeiten für Festlichkeiten heute nicht gegeben sind, so glaubte der Vorsitzende doch, aus verschiedenen Gründen rechtfertigen zu können, wenn das Jubiläum festlich begangen wird ..."

 Geplant war dann für den 11. Juni 1933 der Oberpfälzer Kreis-Kriegertag in Waldsassen, anlässlich des 50. Gründungsfestes. Leider sollte bald alles anders kommen ...

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 vollzog sich in Deutschland eine beispiellose politische und geistige Umwälzung, die alle Bereiche erfasste. "Da die Entwicklung an der Grenze derartige Feiern nicht mehr zulasse" -wie es offiziell hieß - mussten alle geplanten Veranstaltungen im Sommer 1933, darunter auch das 50-jährige Stiftungsfest mit dem vorgesehenen Kreis-Kriegertag leider abgesagt werden, sodass die Bemühungen vergeblich waren.

Das "Dritte Reich" brachte übrigens schon nach kurzer Zeit auch die sogen. Gleichschaltung für alle Vereine, die nun - soweit sie noch bestehen bleiben durften - von einem Vereinsführer zu leiten waren. Bei der Generalversammlung im Januar 1934 erstattete Baumeister Karl Bergauer bereits als "Vereinsführer" den Jahresrückblick, bei dem 182 Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder genannt wurden.

Nun nahm das Leben im "neuen" Deutschland seinen Lauf . - . Schon nach wenigen Jahren führte die deutsche Politik in verhängnisvoller Weise am 1. September 1939 zum Ausbruch eines neuerlichen Weltkrieges, der wieder ungeheure, unersetzliche Opfer forderte. Schließlich brachten die Ereignisse auch den Veteranen-Verein völlig zum Erliegen.

7. Der Wiederbeginn 1954 - 1957

Erst nachdem sich im Nachkriegs-Deutschland 1949 mit der Gründung der heutigen Bundesrepublik die politischen Verhältnisse wieder normalisiert hatten, konnte allmählich an eine Neubelebung der einstigen Kriegervereine gedacht werden. Zudem gelang es 1950 die Bildung einer "Notgemeinschaft ehem. berufsmäßiger Wehrmachtsangehöriger" zu verwirklichen. Am 30. Mai 1954 war es dann soweit, dass der frühere Veteranen-Verein als

"Veteranen-und Soldatenkameradschaft Waldsassen"

zur Wiederbegründung schritt, anknüpfend an die gemeinsame Tradition der 3 vor dem Kriege in Waldsassen vorhandenen "Brudervereine", nämlich

  • der 1883  gegründeten Veteranenverein Waldsassen unter seinem letzten Vorstand Karl Bergauer,
  • dem 1904  ins Leben gerufenen Krieger- und Soldatenbund Waldsassen, der jahrzehntelang von Gasthofbesitzer Lorenz Hahn geleitet wurde und
  • der 1913  gebildeten Artillerievereinigung Waldsassen, die viele Jahre der Bezirkskaminkehrermeister Georg Bauer geführt hatte.

Organisiert war die Kameradschaft dabei im Kyffhäuserbund als dem Dachverband.

Man wollte mit der Wiederaufnahme des Vereinslebens in einem Verein wieder den alten Kameradschaftsgeist pflegen, sich aber gleichzeitig auch in den Dienst des neuen, demokratischen Staatswesens eingliedern. Nicht geringen Anteil an der Neubelebung der Kameradschaft kam dabei vor allem dem damaligen 1. Kreisvorsitzenden Josef Zimmermann aus Tirschenreuth zu, ebenso dem rührigen Alt-Vorstand Baumeister Karl Bergauer. Die erste Vorstandschaft sah folgende Besetzung: 1. Vorstand Christof Klinger, 2. Vorstand Hans Schnurrer, Schriftführer Franz Reichl und Kassier Wolfgang Härtl. Hans Schnurrer wurde in dieser Versammlung gleichzeitig als Bezirksobmann-Stellvertreter verpflichtet. Damit konnte die vor dem Krieg von Vorstand Karl Bergauer angestrebte Übung, einen Waldsassener Kameraden an verantwortlicher Stelle im Kreisverband zu haben, fortgesetzt werden. Vorstand Klinger war es leider nur knapp 3 Jahre vergönnt, in der Kameradschaft zu wirken; am 10. 02. 1957 verschied er plötzlich und  unerwartet. Besondere Verdienste erwarb er sich durch den Wiederaufbau der Kameradschaft. Schließlich war er es auch, der den Gedanken an ein neues Kriegerdenkmal in Waldsassen immer wieder verbreitete. Mit Beschluss der Generalversammlung von 20. 02. 1955 wurde Baumeister Karl Bergauer zum Ehrenvorstand ernannt. In diesem Jahr stieg die Mitgliederzahl bereits auf 90. Vom 09. bis 10. 06. 1956 beteiligte sich der Verein an der Krieger-und Heimkehrerwallfahrt nach Altötting.

8. Der weitere Vereinsaufbau 1957 - 1977

In der am 24. 03. 1957 tagenden Generalversammlung der Kameradschaft - die schon seit der Wiedergründung am 30. 05. 1954 den Gasthof "Goldener Hahn" zum Vereinslokal erwählt hatte - übernahm der bisherige 2. Vorsitzende Hans Schnurrer die Führung des Vereins, um in den beiden folgenden Jahrzehnten unter großem, persönlichen Engagement den weiteren Auf-und Ausbau des Vereins zu bewerkstelligen. In erster Linie gelang es ihm, viele ehemalige Soldaten des 2. Weltkrieges für den Eintritt in die Kameradschaft bzw. für die Mitarbeit zu gewinnen. Die weitere Vorstandschaft 1957 bestand nun aus Wolfgang Härtl als 2 . Vorstand und Kassier sowie Franz Reichl als Schriftführer. Gleichzeitig wurde eine Reihe verdienter Kameraden zu Ehrenmitglieder ernannt. Schon im Mai 1957 verstarb Wolfgang Härtl; zu seinen Nachfolgern wählte die Versammlung Georg Bauer als 2. Vorstand und Karl Wölfl als Kassier, Da auch Karl Wölfl noch im gleichen Jahr verstarb, rückte Alois Schwägerl als neuer Kassier nach.

  • 1957  traten 14 Kameraden dem Verein bei.
  • 1958  wählten die Mitglieder Johann Seitz zum neuen 2. Vorstand; nun umfasste die Kameradschaft bereits wieder 104 Mitglieder.
  • 1960  konnte der vor dem Krieg gepflegte Schießsport wieder aufgenommen werden, wozu durch die Initiative des Sportwarts Alfred Maenner und in vielen freiwilligen Arbeitsleistungen ein vereinseigener Schießstand zunächst im ehem. Abteikeller und später im Nebengebäude des Gasthofes "Zur Eisenbahn" entstand. Als Alfred Maenner verstarb, trat Ludwig Reitmayer als Schießsportleiter an seine Stelle und führte das Amt umsichtig weiter. Der Verein wechselte 1960 auch das Vereinslokal und bezog nun den Gasthof „Bayerischer Hof“.
  • 1961  bestellte die Versammlung Alois Riedl zum 2. Vorstand. im selben Jahr gelang es auch, ein neues Kriegerehrenmal der Stadt Waldsassen zu schaffen; eine kurze, besondere Würdigung dazu enthält Abschnitt 9. dieser Chronik.
  • 1962  kletterte die Mitgliederzahl auf 128; die Versammlung beschloss, die Traditionsfahne im Kloster Michelfeld restaurieren zu lassen.
  • 1963  beging der Verein vom 03. - 05. 08 sein 80-jähriges Gründungsfest. Mit einem ausgezeichneten Programm der festlichen Tage gingen die Veranstaltungen - für die Baumeister Karl Bergauer als Schirmherr, MdL. Otto Freundl als Ehrenschirmherr, Bürgermeister Franz Fischer als Vorsitzender des Ehren-Ausschusses und Franz Treml als Festleiter gewonnen worden waren - in die Geschichte der Kameradschaft ein. Die Verantwortlichen hatten viele Mühen und Anstrengungen unternommen, das Fest zu einem wirklichen Erfolg werden zu lassen, was ihnen zweifellos auch gelang. Zum Jubiläum erschien erstmals auch eine Festschrift. Neugestärkt ging die Kameradschaft wieder an ihre Vereinsarbeit.
  • 1965  erhielten mehrere Kameraden bei der Generalversammlung für ihre langjährige Mitgliedschaft im Verein die entsprechenden Auszeichnungen. Franz Treml übernahm nun das Amt des 2. Vorstandes, während man Ferdinand Reichl zum Kassier bestellte.
  • 1966  die Versammlung die bisherige Vorstandschaft im Amt.
  • 1968  fand die Feier des 85-jährigen Vereinsjubiläums im kleinen Kreise mit einem Gedenkgottesdienst und der Kranz-Niederlegung statt.
  • 1969  genau am 17.12.1969 war der Tod des verdienstvollen Alt-und Ehrenvorstandes Karl Bergauer zu beklagen, der sich jahrzehntelang als der getreue Ekkehard des Vereins erwiesen hatte.
  • 1970  verstarb der langjährige Schriftführer Franz Reichl. Neu traten nun aufgrund der Wahl in die Vorstandschaft ein: Ferdinand Siller als Schriftführer und Max Günthner als Kassier. Durch den Tod mehrerer Mitglieder sank die Mitgliederzahl auf 91 ab.
  • 1972  berichtete der Vorstand in der Jahreshauptversammlung, dass 14 neue Mitglieder zu verzeichnen waren.
  • 1973  bestimmte die Generalversammlung Otto Tischler zum neuen 2. Vorsitzenden. Bei den übrigen Funktionären trat keine Änderung ein. In diesem Jahr führte der Ausflug ins Altmühltal.
  • 1974  holte man das 90. Gründungsjubiläum nach, das wiederum in kleinem Kreise mit Gottesdienst, Kranzniederlegungen und einem gemütlichen Beisammensein begangen wurde. Seit 1974 trägt der Verein die kurze Bezeichnung

                 
           "Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen
     
  • Im gleichen Jahr verstarb der frühere 2. Vorstand Franz Treml der sich - auch als langjähriger VdK-Vorsitzender - als unermüdlicher Mitkämpfer für die Sache der örtlichen Traditionsvereine bewährt hatte.
  • 1975 sprach die Generalversammlung der bisherigen Vorstandschaft einmütig wieder das Vertrauen aus. Verschiedene Kameraden erfuhren für ihre langjährige Mitgliedschaft entsprechende Ehrungen.

9. Die Schaffung des neuen Kriegerdenkmales 1961

Im Rahmen dieser Chronik darf das neue Kriegerdenkmal der Stadt Waldsassen und sein "Werdegang" nicht unerwähnt bleiben. Mehr als eine äußere Verpflichtung erblickte die Soldatenkameradschaft Waldsassen in den jahrelangen Bemühungen, auch für die Opfer des 2. Weltkrieges ein ansprechendes, neues Denkmal zu errichten. Schließlich war es ja vor allem die Soldatenkameradschaft, die den Gedanken an ein neues Kriegerehrenmal immer wieder aufgriff und in der Öffentlichkeit vertiefte. Schließlich entstand nach einigen Plänen, die wieder verworfen worden waren, und nach vielen Vorgesprächen und Überlegungen ein Kuratorium, das die Aufgabe der Verwirklichung des Werkes übernahm. Am Gründonnerstag des Jahres 1960 fand dazu im Hotel Lamm die erste offizielle Tagung aller beteiligten Persönlichkeiten und Organisationen statt, bei der sich dieses Kuratorium konstituieren konnte. VdK-Vorstand Franz Treml wurde dabei zum Vorsitzenden des Kuratoriums berufen. Nun ging es an die Arbeit. Dem 1. Bürgermeister Franz Fischer und dem inzwischen verstorbenen MdL. Otto Freundl gelang es, den einzig-würdigen Platz für das neue Ehrenmal im Vorgarten des Finanzamtes namens der Stadt zu erwerben. Der akademische Bildhauer Günther Rossow aus Wunsiedel erhielt den Auftrag, den Plan für ein pietätvolles Mahnmal auszuarbeiten, der schließlich auch die Zustimmung aller Behörden, des Stadtrats und des Kuratoriums fand.

 Der Ausführung stand nun nichts mehr im Wege, nachdem auch die Finanzierung durch namhafte Spenden und Zuschüsse gesichert war. Als verantwortlicher Bauleiter zeichnete sich Baumeister Karl Bergauer aus. Im Grundstein des Ehrenmals sind die Namen aller Gefallenen, Vermissten und Opfer der letzten 3 Kriege 1870/71, 1914/1918 und 1939/1945 und der Gewaltherrschaft festgehalten. Am Volkstrauertag des Jahres 1961, am 19. November 1961, konnte das neue Ehrenmal der Stadt in einer beeindruckenden Feierstunde den Segen der Kirche erhalten und der Öffentlichkeit übergeben werden, den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung ...

Gleichzeitig erschien eine Gedenkschrift zur Einweihung mit den Namen aller im Grundstein verewigten Opfer und einer kurzen Chronik. Im Vorwort dieser besagten Schrift dankte 1. Bürgermeister Franz Fischer allen, die zum Gelingen des Werkes beigetragen hatten. Er schloss seine Worte mit dem bedeutsamen Satz:

    „Möge die Mahnung dieses Denkmals in alle Herzen dringen und auch spätere Geschlechter an die gefallenen Brüder und Schwestern erinnern, damit nie mehr Krieg zwischen den Menschen sei“.

10. Das Vereinsleben von 1977 bis 1983

Da der bisherige 1. Vorstand Hans Schnurrer zur Generalversammlung am 01. 05. 1977 bat, aus gesundheitlichen Gründen von einer Wiederwahl abzusehen, tauschten die beiden Vorstände ihre Ämter, sodass nun Otto Tischler als 1. und Hans Schnurrer als 2. Vorstand fungierten. Damit brach für den Verein wieder einmal eine neue Epoche an. Im gleichen Jahr erhielt Vorstand Otto Tischler die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse, während Hans Schnurrer die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden entgegennehmen durfte. Den Mitgliederstand bezifferte man nun mit 109; dabei war das älteste Mitglied 85 Jahre alt, das jüngste Mitglied 31.

  • 1979  kletterte der Mitgliederstand schon wieder auf 124. Die Wahlen erbrachten die Wiederwahl der bisherigen Funktionäre, während Josef Ernstberger zum neuen 2. Vorstand avancierte.
  • 1981  erstattete der Vorstand in der Generalversammlung am 08. 03. 1981 den Bericht, der von einer ausgefüllten Tätigkeitsperiode für den Zeitraum der letzten beiden Jahre zeugte. Im Rahmen der Versammlung erhielten zahlreiche Kameraden eine Ehrung für langjährige treue Mitgliedschaft. Gleichzeitig konnten alle Funktionäre im Amt bestätigt werden.
  • 1982  wuchs die Mitgliederzahl auf 151 an, da 15 Neuaufnahmen seit der letzten Herbstversammlung erfolgten. in der Frühjahrsversammlung erging der Beschluss, das 100-jährige Gründungsfest mit Weihe der neurestaurierten Fahne vom 08. - 11. 07. 1983 durchzuführen und alle dazu nötigen Vorbereitungen zu treffen.
  • 1983  tagte der gebildete Festausschuss unter Leitung von Josef Ernstberger und unterstützt durch Gerhard Paintner in mehreren Sitzungen, um alle anstehenden Einzelheiten der Jubiläumsfeier abzuklären. Der 1. Bürgermeister der Stadt Waldsassen Franz Fischer übernahm die Schirmherrschaft.
  • Beim Ehrenabend am Freitag, den 08. Juli 1983 konnte Vorsitzender Otto Tischler viele Ehrengäste, darunter Oberstleutnant a.D. und Vizepräsident des DSKBiB Otfried Engel aus Coburg begrüßen. Es folgten mehrere Ehrungen, wobei verdiente Kameraden mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet oder zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

Nach einer Totenehrung am Kriegerdenkmal am Samstag folgte am Sonntag nach einem Kirchenzug der Festgottesdienst in der Basilika mit der Weihe der restaurierten Fahne durch Dekan  Vitus Pschierer. Als Fahnenpatin fungierte Theresia Schiml - die Fahnensektion bildeten Josef Bäuml, Ferdinand Luther und Ernst Hochberger. Am Nachmittag zog ein Festzug mit 65 Vereinen und mehreren Musikkapellen durch die Straßen der Stadt Waldsassen zum Festplatz, wo daraufhin ausgiebig gefeiert wurde. Bei einem Festausklang am Montag wurde das Fest mit guter Stimmung beschlossen.

Ein 100-jähriges Jubiläum ist für einen Verein nur einmal und die Soldatenkameradschaft Waldsassen hat es bewiesen; es wird in der Vereinsgeschichte immer in Erinnerung bleiben.

11. Eine neue Ära bricht an

Nach dem erfolgreichen Jubiläumsfest musste bei der Generalversammlung im Oktober 1983 eine neue Vorstandschaft gewählt werden. 1. Vors. Otto Tischler und Kassier Max Günthner legten aus gesundheitlichen Gründen ihre Ämter nieder. Die nun folgende Neuwahl brachte folgendes Ergebnis:

  • 1. Vorsitzender Alfred Meyer
  • 2. Vorsitzender Ludwig Reitmayer
  • 3. Vorsitzender Otto Tischler
  • Schriftführer Ferdinand Siller
  • Kassier Hans Kowatsch
  • Otto Tischler wurde auf Grund seiner Verdienste für die Soldatenkameradschaft Waldsassen auf einstimmigen Beschluss der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der Mitgliederstand konnte mit 149 Kameraden auf dem Stand der Vorjahre gehalten werden.

In den nächsten Jahren wuchs die Kameradschaft unter der neuen Führung bei zahlreichen Festbesuchen in der näheren und weiteren Umgebung, bei Weihnachtsfeiern und Faschingsveranstaltungen weiter zusammen.

Bei der Herbstversammlung 1986 gab sich die Soldatenkameradschaft nach längeren Beratungen und Abstimmungen eine neue Satzung, die von den anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen wurde.

Weitere Ereignisse in den darauf folgenden Jahren können dem handschriftlich geführten Protokollbuch entnommen werden.

So wurden bei den Wahlen bei der Frühjahrsversammlung im März 1987 die Vorstandschaft größtenteils in ihren Ämtern bestätigt. Lediglich Adolf Mohr löste Otto Tischler im Amt des 3. Vorsitzenden ab. Bei der Herbstversammlung im November übergab die Fahnenpatin Frau Theresia Schiml eine von ihr gestiftete Tischstandarte, die künftig bei allen Versammlungen den Vorstandschaftstisch zieren solle. Mit dem Kreisverband Rothenburg o. d. Tauber wurden erstmals Verbindungen hinsichtlich einer Patenschaft mit einem dortigen örtlichen Ortsverband aufgenommen. Der Soldatenkameradschaft Waldsassen gehörten zu diesem Zeitpunkt 142 Kameraden an.

Eine einschneidende Neuerung brachte 1989 die Gründung einer Schießgruppe. Nachdem bereits in früheren Jahren im Rückgebäude des Gasthofes Schmid-Papierer der Schießsport mit dem Luftgewehr von einigen Kameraden der Soldatenkameradschaft Waldsassen ausgeübt wurde, konnten die Sportschützen durch die Bereitstellung der Schießanlage der Kgl. priv. Schützengesellschaft 1519 Waldsassen nun auch mit scharfen Waffen bei den Kreis-, Landes-und Bundesschießen des Kyffhäuserbundes und des Deutschen Soldatenbundes ihr Können zeigen. Viele bedeutende Siege bei den Vergleichswettbewerben auf Kreis-, Landes- und Bundesebene tragen bis  zum heutigen Tag den Namen der Kameradschaft und der Stadt Waldsassen bis weit über deren Grenzen hinaus.

Bei den Neuwahlen konnten die Vorsitzenden in ihren Ämtern bestätigt werden. Als neuer Schriftführer stellte sich Alois Kirschbaum zur Wahl und erhielt von der Versammlung ein einstimmiges Votum. Als neues Mitglied in der Vorstandschaft wurde Karl Birner einstimmig in das Amt des Schießwartes gewählt.

Zur Frühjahrsversammlung 1992 konnte Vorsitzender Alfred Meyer einen Mitgliederstand von 158 Kameraden vermelden. Allein die Schießgruppe besteht aus 23 aktiven Schützen; 43 Damen gehören der Kameradschaft an. Bezüglich der Neuwahlen einigte man sich auf eine Wahlperiode von 3 Jahren, was einer kontinuierlicheren Arbeit der Vorstandschaft zugute komme. Für die nächsten drei Jahre wurden somit gewählt:

  • 1. Vorsitzender  Alfred Meyer
  • 2. Vorsitzender  Ludwig Reitmayer
  • 3. Vorsitzender  Richard Klotz
  • Schriftführer  Alois Kirschbaum
  • Kassier  Hans Kowatsch
  • Schießwart  Karl Birner sen.
  • Kassenprüfer  Ferdinand Reindl und Dieter Kannenberg
  • Als Ausschussmitglieder wurden gewählt: Otto Tischler, Gottfried Hecht, Rudolf Spitzl, Werner Eckstein, Adolf Mohr, Hans Pötzl sowie Josef und Theresia Schiml.

Ein Höhepunkt des Vereinsjahres 1993 waren die Feierlichkeiten des 110-jährigen Bestehens der Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen am 19. und 20 Juni. Als Ehrenschirmherr konnte Oberstleutnant Eilhoff vom Verteidigungskommando 622 Weiden gewonnen werden. Beim Festkommers am Samstag sagte er in seinem Grußwort u. a.: „ Durch das 110-jährige Jubiläum wird verdeutlicht, dass Kameradschaft und gegenseitige Unterstützung stets im Vordergrund gestanden sind. Dienen und gegenseitige Treue sind das Fundament des Soldaten. Gegenseitige Ergänzung und die Fähigkeit, gemeinsame Ziele zu erkennen und diese geduldig und ehrbar anzustreben. ermöglichen es, diesen Erfolg zu erzielen.“ Viele Vereine und Verbände, darunter auch eine Vertretung des Kreisverbandes Rothenburg o. d. Tauber, beteiligten sich dann am Sonntag am Kirchenzug, der von der Klosterstädter Blasmusik angeführt wurde. Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst wurde am Kriegerehrenmal ein Kranz niedergelegt. Danach ging es ins Festzelt an der „Schwanenwiese“ zum Frühschoppen. Mit einem Gartenfest am Nachmittag und dem Festausklang am Abend fand das Jubiläum seinen Abschluss.

Das Jahr 1995 brachte bei den Neuwahlen eine kleine Veränderung in der Zusammensetzung der Vorstandschaft. Hans Kowatsch löste Ludwig Reitmeyer, der sich nicht mehr zur Wahl stellte, als 2. Vorsitzenden ab. Vorsitzender Alfred Meyer ernannte Ludwig Reitmayer auf Grund seiner Verdienste als 2. Vorsitzender zum Ehrenmitglied. Dieter Kannenberg wurde zum stellvertretenden Schießwart gewählt.

Im Zuge des 75-jährigen Gründungsjubiläums der Soldatenkameradschaft Gastenfelden-Kirnberg vom Kreisverband Rothenburg o. d. Tauber wurde eine Patenschaft geschlossen. Der Vorsitzende von Gastenfelden-Kirnberg, Ernst Nitsche, hatte bereits im Vorfeld bei der Frühjahrsversammlung einen Überblick über das Vereinsleben seiner Kameradschaft gegeben. In den darauf folgenden Jahren wurde durch gegenseitigen Besuch bei Vereins-und Ortsfeierlichkeiten das Patenschaftsverhältnis gepflegt und vertieft.

Bei der Sportlerehrung der Stadt Waldsassen erhielt 1995 die Damen-Mannschaft der Schießgruppe für ihre Leistungen bei den Landes-und Bundesschießen eine Ehrung des Stadtverbandes für Sport.

Umstrukturierungen des Dachverbandes DSKB brachten es mit sich, dass die Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen seit dem 1. Januar 1997 dem „Bayerischen Soldatenbund 1874 e. V.“ angehört.

Die Vereinswahlen brachten 1998 keine Veränderung in der Zusammensetzung der Vorstandschaft. So ging man mit einer bewährten Führung in die nächsten drei Jahre.

Am 13. September 1998 konnte das 115-jährige Bestehen gefeiert werden. In der Basilika Waldsassen hieß der neue Stadtpfarrer Michael Fuchs, der seinen ersten Sonntagsgottesdienst in der Basilika feierte, die Vereine willkommen und beglückwünschte die Soldatenkameradschaft zu ihrem Fest. Besonders erfreut zeigte er sich über die stattliche Anzahl von Fahnenabordnungen. Mit dem Gottesdienst gebe man gleichzeitig auch ein Zeugnis der Treue und Kameradschaft ein Zeugnis des Friedens ab. Nach dem Gottesdienst und der Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal hieß Vorsitzender Alfred Meyer in der Halle des Kleintierzuchtvereins die Vereine zu einem Frühschoppen willkommen und bedankte sich für die Teilnahme am Jubiläumsfest.

Die Jahreshauptversammlung 1999 nahm die Soldatenkameradschaft Waldsassen mit zum Anlass, um die erfolgreichen Schützen der Schießgruppe für ihre erbrachten Leistungen bei den Landes-und Bundesschießen auszuzeichnen. Die beiden Schießgruppenleiter Karl Birner und Dieter Kannenberg wurden für ihr Engagement mit der höchsten Auszeichnung des Landesverbandes, der Trophäe „Goldener Schütze“ durch den Kreisschießwart Josef Peter geehrt.

12. Mit voller Kraft ins nächste Jahrtausend

Nach einem gemeinsamen Abend-Diner am Silvesterabend 1999 im Gasthaus “Prinzregent Luitpold” verbrachte die Vorstandschaft um Alfred Meyer und Fahnenmutter Theresia Schiml gemütliche Stunden bis zum Anbruch des neuen Jahrtausends.   Was wird es wohl bringen??

Mit Bedauern nahm Vorsitzender Alfred Meyer bei der Hauptversammlung am 8. April 2001 zur Kenntnis, dass sich Hans Kowatsch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Kassier und 2. Vorsitzender ernannte er daraufhin Hans Kowatsch zum Ehrenmitglied.

Die Neuwahlen brachten einige Veränderungen und führten unter der Leitung von 2. Bürgermeister Ludwig Spreitzer zu folgendem Ergebnis:

    1. Vorsitzender  Alfred Meyer
    2. Vorsitzender  Franz Sölch
    3. Vorsitzender  Richard Klotz
    Kassier  Josef Schmid                         Stellvertreter Werner Eckstein
    Schriftführer  Alois Kirschbaum         Stellvertreter Monika Kirschbaum
    Schießwart  Karl Birner                      Stellvertreter Dieter Kannenberg
    Kassenprüfer  Ferdinand Reindl und Dieter Kannenberg

Als Ausschussmitglieder wurden gewählt: Adolf Kiemle, Hans Kowatsch, Gottfried Hecht, Engelbert Schack, Heinz Sturm, Engelbert Männer und Josef Schiml.

Eine hohe Auszeichnung bekam die Soldatenkameradschaft Waldsassen im April 2001 bei der Jahresversammlung des Kreisverbandes Tirschenreuth überreicht. Aus den Händen von Landrat Karl Haberkorn und dem Bezirks-Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Kaspar Becher erhielt „Fahnenmutter“ Theresia Schiml das Fahnenehrenband des Volksbundes für die über Jahre ausgezeichneten Sammelergebnisse der Soldatenkameradschaft Waldsassen für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Am 4. Oktober 2003 konnte das 120-jährige Bestehen der Soldatenkameradschaft mit einem abendlichen Gedenkgottesdienst in der Basilika mit anschießender Kranzniederlegung am Ehrenmal und einem gemütlichen Beisammensein im Vereinslokal „Bayerischer Hof“ gefeiert werden.

Bei den Neuwahlen in der Hauptversammlung 2004 übernahm Adolf Kiemle das Amt als 3. Vorsitzender von Richard Klotz. Die übrige Vorstandschaft blieb unverändert Die Zahl der Mitglieder hat sich, bedingt durch die Altersstruktur durch Ableben zahlreicher Mitglieder auf nunmehr 119 Kameradinnen und Kameraden verringert. Das Durchschnittsalter beträgt 61,9 Jahre, das älteste Mitglied ist 94 Jahre alt.

Auf Beschluss der Frühjahrstagung 2006 sollte eine neue Satzung erstellt werden, in die u. a. einige Änderungen bezüglich Mitgliedschaft, interne Vereinsangelegenheit und Auflösung der Kameradschaft eingearbeitet werden sollten. Die Änderungen wurden der Versammlung vorgestellt und auf einstimmigen Beschluss genehmigt. Bei der Herbstversammlung konnte die neue Satzung dann vorgestellt werden. Sie wurde allen Mitgliedern zugestellt.

Im Januar 2007 verlor bei einem Wohnungsbrand unsere Fahnenpatin Theresia Schiml auf tragische Weise ihr Leben. Mit ihr ging eine treue Kameradin für immer von uns.

Bei der Frühjahrs-Hauptversammlung am 25. März 2007 gab Alfred Meyer der Versammlung bekannt, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl stellen könne. Er bedankte sich bei allen Kameraden der Vorstandschaft und bei allen Vereinsmitgliedern für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit und die Treue zur Kameradschaft. Im Anschluss an die Neuwahlen wurde Alfred Meyer zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Neuwahlen unter der Leitung des Kreisvorsitzenden Ferdinand Lienerth und 1. Bürgermeister Herbert Hahn brachten folgendes Ergebnis:

    1. Vorsitzender  Franz Sölch
    2. Vorsitzender  Hans Kowatsch
    3. Vorsitzender  Dieter Kannenberg
    Kassier  Josef Schmid                       Stellvertreter Gisela Kannenberg
    Schriftführer  Alois Kirschbaum       Stellvertreter Monika Kirschbaum
    Schießwart  Karl Birner                    Stellvertreter Dieter Kannenberg
    Kassenprüfer  Ferdinand Reindl und Werner Eckstein

Als Beisitzer wurden gewählt: Gottfried Hecht, Engelbert Männer, Adolf Kiemle, Ida Sölch und Günther Braunstein. Kraft Amtes im Ausschuss vertreten als Fahnenträger bzw. Fahnenbegleiter sind Heinz Sturm und Engelbert Schack.

Kreisvorsitzender Ferdinand Lienerth ehrte den neuen Ehrenvorsitzenden Alfred Meyer für seine Verdienste um das Soldatenwesen und seine langjährige Tätigkeit als Kreisvorsitzender mit dem Großkreuz des BSB, der zweithöchsten Auszeichnung des Landesverbandes.

Am 25. Mai 2007 erreichte die Nachricht vom Ableben des Ehrenvorsitzenden Alfred Meyer die erschütterten Mitglieder. Nach längerer, schwerer Krankheit hat er seine Soldatenkameradschaft für immer verlassen. Mit ihm verliert nicht nur die Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen sondern auch der Kreisverband des BSB eine Persönlichkeit, die das Soldatentum über viele Jahrzehnte hinweg mit geprägt hat.

Eine große Trauergemeinde nahm Abschied von Alfred Meyer. Fünfzehn Fahnenabordnungen der Soldatenvereine des Landkreises Tirschenreuth sowie die Standarte der Reservistenkameradschaft Waldsassen führten nach dem Trauergottesdienst in der Basilika den langen Trauerzug zum Friedhof an. Für den Kreisverband Tirschenreuth im BSB nahm Vorsitzender Ferdinand Lienerth Abschied von Alfred Meyer, der von 1984 bis 1995 Kreiskassier und von 1995 bis 2005 erster Kreisvorsitzender war. Für die Verbundenheit zum Kreisverband Rothenburg o. d. T. und dem dortigen Soldatenverein Gastenfelden-Kirnberg bedankte sich Kamerad Alfred Nitsche und für den  Bayerischen Krieger-und Soldatenbund (BKV) Lkr. Tirschenreuth deren Vorsitzender Anton Hauptmann.

Keine Veränderung in der Vorstandschaft brachten die Neuwahlen 2010. Lediglich wurde Günther Braunstein für den inzwischen verstorbenen Kameraden, Ehrenmitglied Ferdinand Reindl, zum Kassenprüfer gewählt. Als Ausschuss-Mitglieder fungieren seit dem Angelika Kowatsch, Engelbert Schack, Erika und Heinz Sturm sowie Gerhard Franke.

Mit Bedauern mussten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung am 20. Mai 2012 vernehmen, dass sich Franz Sölch aus gesundheitlichen Gründen als 1. Vorsitzender zurückziehen musste. Dem schloss sich aus dem gleichen Grund Hans Kowatsch als 2. Vorsitzender an. Nach einigem Suchen hatte sich schließlich Gerhard Franke bereit erklärt, bis zur nächsten turnusmäßigen Wahl 2013 den Verein als 1. Vorsitzenden kommissarisch zu führen. Den 2. Vorsitzenden übernahm Alois Kirschbaum zusätzlich zu seinem Posten als 1. Schriftführer. Damit war die Führungsriege der aus 82 Kameradinnen und Kameraden bestehenden Soldatenkameradschaft wieder komplett.

Bei der Generalversammlung 2013 konnte nach einem Jahr unter kommissarischer Führung eine neue Vorstandschaft gewählt werden. Sie setzt sich nun wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Gerhard Franke
2. Vorsitzender Alois Kirschbaum
3. Vorsitzender Dieter Kannenberg
Kassier Gisela Kannenberg          Stellvertreter Dieter Kannenberg
Schriftführer Alois Kirschbaum   Stellvertreter Monika Kirschbaum
Schießwart Karl Birner
Kassenprüfer Werner Eckstein und Hans Kowatsch

Als Ausschussmitglieder wurden gewählt: Werner Eckstein, Angelika und Hans Kowatsch, Erika und Heinz Sturm, Engelbert Schack und Ernst Max.

Keine Veränderungen in der Vereinsführung gab es bei den Wahlen im April 2016. Das Team um Gerhard Franke führt für weitere drei Jahre den Verein in eine hoffentlich gedeihliche Zukunft. 68 Mitglieder stehen treu zur Kameradschaft; das Durchschnittsalter beträgt beachtliche 66,4 Jahre, das älteste Mitglied kann auf 92 Lebensjahre zurück blicken. 

Durch das Ableben zahlreicher, vor allem älterer, langjähriger Mitglieder in den letzten Jahren - unter den Verstorbenen im Jahr 2014 war auch der ehemalige 1. Vorsitzende und Ehrenvorstand Franz Sölch - und dem fehlenden Nachwuchs aus der inzwischen von Wehrpflichtigen "befreiten" Bundeswehr hat sich die Mitgliederzahl zum Jahresende 2017 auf 62 verringert. .

In 2018 kann die SK 1883 Waldsassen auf 135 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Um Mitglieder zu gewinnen und die Aktualität der internen Abläufe genauer festzulegen  wurde in der Jahreshauptversammlung am 15. Februar die Satzung in einigen Punkten überarbeitet. Im Wesentlichen ging es dabei um den Beitragseinzug und die Modalitäten bei Ableben eines Mitgliedes. 

13. Die Schießgruppe der Soldatenkameradschaft Waldsassen

Zur Frühjahrsversammlung 1989 stellten die Kameraden Bernhard Prüfer und Dieter Kannenberg die Gründung einer Schießgruppe vor. Als Schießwart wurde Karl Birner sen. bestimmt. Wie schon an vorderer Stelle erwähnt, waren bereits vor Jahren in einem Rückgebäude des Gasthofes „Schmid-Papierer“ Schießaktivitäten zu vermelden. Bereits zu den Kreismeisterschaften trat die Schießgruppe mit den Luftgewehr und der Luftpistole an und holte dabei die ersten Siegespokale.

In den nächsten Jahren stieg die Mitgliederzahl der Schützengruppe schnell auf über 20 aktive Schützen an. Bei den Landes- und Bundesschießen wurden dann in den darauf folgenden Jahren über alle Altersklassen hinweg immer vordere Plätze, sowohl in der Einzelwertung als auch bei den Mannschaften, belegt. So belegte bei den Mannschaftswettbewerben beim Landesschießen 1995 im „Medaillenspiegel“ die Soldatenkameradschaft Waldsassen unter 70 teilnehmenden Schießgruppen den ersten Rang. Mit Franz Lugert, Hans Schütt und Petra Franke sind nur einige Sportler erwähnt, die mit Landes- und Bundessiegen den Namen der Soldatenkameradschaft und somit auch der Stadt Waldsassen weit über die Landesgrenzen hinweg hinausgetragen haben. Bis heute ist die Schießgruppe bei den Schießwettbewerben des BSB 1874 vertreten und wird als Vorbild im Kreisverband für alle anderen Schießgruppen gesehen.

14. Sonstiges Vereinsleben

Einen Höhepunkt in jedem Vereinsjahr bildeten die mehrtägigen Ausflugsfahrten, bei denen ab 1988 regelmäßig bis 2003 verschiedene Regionen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Ungarn, Istrien und Italien besucht wurden. Von Kappeln an der Schlei im Norden bis Montegrotto im Süden und von Igel bei Trier im Westen bis Donau-Neustadt (Dunaujvaros/Ungarn) im Osten reichten die Reiseziele.

Geburtstags- und Krankenbesuche bei den Mitgliedern durch die Vorstandschaft oder deren Vertretung, Beteiligung an Festen in der näheren und weiteren Umgebung, die alljährliche Fronleichnamsprozession und die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag, Tagesausflüge oder Wanderungen sind in allen Protokollen der letzten Jahre vermerkt. Ein Höhepunkt in jedem Vereinsjahr jedoch ist die vorweihnachtliche Adventsfeier. Besinnliche Geschichten und lustige Begebenheiten stimmen auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein. Die dabei durchgeführte Tombola bringt für die Vereinskasse immer eine nicht zu vernachlässigende Finanzspritze.

Die Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen hat sich zum Ziel gesetzt, die von ihren Gründervätern festgelegten Ziele und geschaffenen Werte in kameradschaftlicher Hinsicht und in besonderer Weise zu  bewahren und zu mehren.

" IN TREUE FEST! "

Waldsassen, im April 2016

 

 

Die Chronisten:
 
bis zum Jubiläum 1983  Robert Treml
Weiterführung ab 1983  Dieter Kannenberg